Petticoats und Petticoat Kleider

Kultmode der Rock N Roll Zeit und zeitlose Klassiker

Petticoat und Petticoat Kleider verbinden die meisten mit Rock N Roll und dem Kult der 50er Jahre.
Aus versteiften Nylon- und Perlonstoffen mit spitzen- und rüschenverzierten Stufen gefertigt, ermöglicht ein Petticoat die weite Auslegung von Kleidern und Röcken. Er besteht meistens aus einer schmaleren Stufe auf Hüfthöhe (Sattel genannt) gefolgt von den drei bis vier ausfallenden Stufen, die aus mehreren Lagen gefertigt sind.

Lange Geschichte mit Höhepunkt in den 50er Jahren.

Die Geschichte des bauschigen Unterrocks hat ihren Ursprung bereits im 16. Jahrhundert. Schon damals diente das Kleidungsstück als Unterstützung für weite Röcke. 1840 wurde er weitestgehend vom Reifrock ersetzt. Mit der „Blütenkelchlinie“, die Christian Dior 1947 entwarf, kam auch der Petticoat wieder zum Einsatz: Die Kostüme wurden saisonabhängig entweder mit engem Rock oder mit Petticoat unter dem Rock getragen. Die große Popularität erlangt er aber erst ab 1954 als Kleidungsstück beim Rock N Roll Tanz. Diese Mode bot eine besonders gute Passform für die Bewegungsabläufe des Tanzes. Sie eroberte ebenfalls die Rockabilly Szene.

Tüll oder Organza? Glockenform oder A-Linie?

Eine Auswahl an Farben, verschiedenen Längen, Formen und Materialien bieten passende Petticoats und Petticoat Kleider für jeden Geschmack und Anlass. Tüllpetticoats sind recht leicht und eignen sich besonders zum Tragen unter Sommerkleidern. Allerdings empfinden einige Frauen dieses Material als recht kratzig und es kann Strumpfhosen beschädigen. Die Modelle aus Polyester hingegen geben auch schwereren Stoffen entsprechenden Halt und sorgen für viel Volumen. Zudem bieten sie ein sehr weiches Gefühl beim Tragen. Ein Unterrock aus Organza fühlt sich zwar sehr steif an, behält dafür aber immer gut seine Form. Und diese Form gibt es im Wesentlichen in drei unterschiedlichen Varianten:
- Glockenform
- A-Linie
- Squaredance-Petticoats

Bei der Glockenform fällt der Petticoat wie eine Glocke. Die Variante geht oben schnell nach außen und wird nach unten hin rund. Das Volumen ist gleichmäßig verteilt. Die A-Linie hingegen erzeugt eine gradlinige Form des Rockes. Der größte Teil des Volumens befindet sich am Saum. Squaredance-Petticoats ähneln in ihrer Optik den A-Linien. Sie haben aber in der Regel eine andere Länge und sind am Saum ausgestellt.
Wie Petticoats selber sind auch Petticoat Kleider in den unterschiedlichsten Varianten erhältlich. Kleider aus reiner Baumwolle erfreuen sich besonderer Beliebtheit. Sie verfügen über einen guten Tragekomfort und der Stoff eignet sich durch seine Atmungsaktivität für langes Tragen. Allerdings sind sie nicht so flexibel wie Varianten, die mit einer kleinen Beimischung von beispielsweise Elastan versehen sind. Diese haben zudem eine bessere Passform. Wer einen großen Stretcheffekt oder ein schön glänzendes und edles Obermaterial wünscht, greift zu einem Modell mit Materialmischungen.
In Sachen Optik bestechen Petticoat Kleider durch ihre Vielfalt. Gepunktet, geblümt oder gestreift, mit Neckholder, schulterfrei oder unterschiedliche Trägervarianten. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Ein weiteres Plus dieser Kleider: Sie schmeicheln der Figur, indem sie das kaschieren, was Frau nicht gerne zeigen mag und gleichzeitig das betonen, was Frau gerne hervorhebt. Daher eigenen sich Petticoat Kleider auch gut für mollige Frauen.

 

Von der Rockabilly Szene über Square Dance bis hin zu den Tanzmariechen – Petticoat als Grundausstattung

Das Petticoat Kleid ist auch heute noch ein beliebtes Kleidungsstück für Frauen zu besonderen Anlässen. Es ist geeignet für den Ball, eine Feier oder als passende Kleidung auf einer entsprechenden Mottoparty. In der Regel trägt eine Frau allerdings eher genau so selten Petticoat wie, sie ein Abendkleid trägt.
Für Frauen, die in bestimmten Szenen oder Gruppen unterwegs sind, gehören Petticoats und Petticoat Kleider allerdings zur Grundausstattung. Ihre Kleiderschränke beherbergen nicht nur ein Modell sondern, verschiedene Petticoats und Kleider. Diese werden auch regelmäßig getragen. Genehmigen wir uns einen Blick in die Welten der Petticoatträgerinnen.

Keine Rockabella ohne Petticoat

Elvis Presley, Buddy Holly und Johnny Cash prägten den Musikstil, der als Rockabilly in die Geschichte einging. Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus Rock und Hillbilly (so wurden in den USA die Bewohner der Appalachen bezeichnet). Noch heute hat diese Musikrichtung eine große Fangemeinde, die den Stil und das Lebensgefühl der damaligen Zeit ins Heute übernommen hat. Ein Rockabilly lebt alles aus, was zum Lebensgefühl der 50er Jahre gehört hat. Der weibliche Gegenpart ist die Rockabella. Sie bevorzugt das Pünktchendesign oder in der etwas rockigen und frechen Version Würfel, Totenköpfe oder Kirschen. Doch egal, welche Form eine Frau aus der Rockabilly Szene verkörpern will: Zu einer echten Rockabella gehört immer auch das Petticoat Kleid.

Traditionelle Tanzkleidung beim Square Dance und den Tanzmariechens

Nicht nur beim Rock N Roll kommt der Petticoat als Tanzkleidung zum Einsatz. Square Dance ist ein amerikanischer Volkstanz mit englischen und französischen Wurzeln. Heute gehen viele dem modernen Western Square Dance nach. Die traditionelle Kleidung der Tänzerin besteht aus einem Rock mit Petticoat, in Kombination mit Bluse und Gürtel. Besonders bei Veranstaltungen, Besuche anderer Squar Dance Clubs oder an den eignen Klubabenden wird Wert auf das Tragen der Traditionskleidung gelegt. Auch in der Westernszene allgemein sind Petticoat Kleider als passende Robe weiblichen Westernfans nicht wegzudenken.
Ebenso kleidet der Petticoat Frauen, die im Karneval als Tanzmariechen fungieren. Die auf die früheren Marketenderinnen zurückgehende Figur gab es anfangs nur im Rheinland. Mittlerweile ist sie wichtiger Bestandteil in fast allen Karnevals- beziehungsweise Faschingsvereinen in Deutschland, Belgien, Österreich und den Niederlanden. Ihre Petticoatoutfits tragen Tanzmariechen nicht nur zu Karnevalsveranstaltungen, sondern bei entsprechender Teilnahme auch während Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport.

 

Niedlich und elegant – Petticoat in der Lolita Mode

Vertreter dieses Modestils bestehen darauf, dass er nichts mit dem Lolitakomplex, Sex oder Kindfrauen zu tun hat. Er stellt eher den Gegenpart als Reaktion auf viel zu freizügige Kleidung bei jungen Frauen da. Lolita Frauen zeigen sich eher elegant oder auch etwas verspielt und niedlich. Zu Anfang des Lolita-Stils bestand die Kleidung vorwiegend aus knielangen Röcken oder Kleidern unterstützt von Petticoats in Glockenform. Mittlerweile gehören bodenlange Röcke und Korsagen ebenso in den Kleiderschrank dieser Frauen, wie Blusen, Kniestrümpfe oder Strumpfhosen. Der aufgebauschte Rock mit Petticoat, Spitze und Rüschen ist aber natürlich geblieben. Er ist noch heute das markante Kleidungsstück dieser Stilrichtung.

Petticoatmode bleibt aktuell

Auch, wenn Sie keiner dieser Szenen angehören, bietet sich diesen Sommer die Gelegenheit, das Petticoat Kleid öfter zu tragen. Petticoats gehören nämlich dieses Jahr zu den wichtigen Modetrends. Kurze, aber dafür sehr füllige Röcke sind angesagt. Namenhafte Designer wie Dior haben Kleidungsstücke mit vollständig eingenähtem Unterrock oder einem eingearbeiteten Korsett in ihrer Kollektion. Die Laufstege sind gespickt mit halblangen Petticoats. Kräftige Farben und Muster, Bändchen und Rüschen machen die Kleidungsstücke zum absoluten Hingucker. Aber keine Sorge: Petticoats und Petticoat Kleider wird es auch zu günstigen Preisen in fast allen Modeläden geben. Zudem geht ein weiterer Sommertrend zu schwingenden Röcken, bei denen ein Petticoat nur angedeutet ist.
Aber selbst, wenn die Modewelt Petticoats einmal nicht im aktuellen Jahrestrend haben, so bleiben sie zeitlose Modeklassiker, die eine Frau jederzeit gut kleiden.